|
Weißgold was beachten beim Kauf?
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sogenanntes "Weißgold" herzustellen. Die natürliche Farbe des Goldes ist ein gelber Farbton, um nun eine "weiße Farbe" zu bekommen mischt mann andere Mettalle bei die sich dann zu einer eher gräulichen Legierung mischen lassen. Dieses Verfahren wurde in den Jahren 1912/13 in Pforzheim entwickelt. Ziel war es eine kostengünstige Alternative zu Platin zu finden. Da weiße Brillianten in einer "weißen Fassung" besser zur Geltung kommen, hat mann einen anlauffreien Werkstoff gesucht. Dabei wurden unterschiedlichste Legierungen getestet, früher wurde häufig Nickel, Amalgan oder Silber verwendet, Nickel ist jedoch nicht besonder Allergiker freundlich und in Amalgan ist Quecksilber enthalten. Hochwertiger Weißgoldschmuck wird heute mit Palladium hergestellt. Palladium hat Platin ähnliche Eigenschaften. Wollen Sie hingegen einen Rot- oder Rosegold Ton erhalten mischen Sie Kupfer bei. Durch die unterschiedlich hohen Einkaufspreise der beizumischenden Legierungen ergeben sich auch unterschiedliche Einkaufspreise, so ist der Erwerb eines Schmuckstücks in Gelbgold rund 25% günstiger als der Erwerb desselben Schmuckstücks in Weißgold (Palladium-Silber-Goldmischung).
Palladium kostet derzeit (Juni2008) ca. € 9,50 je Gramm, Silber hingegen nur 40 cent, Kupfer nur 7cent.
Je mehr "günstigere" Mettalle beigemischt werden desto günstiger werden die Materialkosten.
Da sich „weißes“ Gold nicht elektrochemisch abscheiden lässt, werden Schmuckerzeugnisse aus Weißgold in der Regel auf galvanischem Wege rhodiniert. Dieser Überzug mit Rhodium , einem Platin-Nebenmetall, bewirkt eine Farbverbesserung hin zu einem reinen, silberartigen Weiß, sowie einer verbesserten Kratzfestigkeit gegenüber der unbeschichteten Metalloberfläche aus reinem Weißgold. Leider wird im Laufe der Zeit die Rhodiumschicht abgetragen, und das graue Weißgold kommt zum Vorschein.
- Was haben wir also gelernt?
- Wenn Ihnen jemand ein "antikes Weißgoldschmuckstück" anbietet aus dem Jahre 1879 muss es sich um eine Fälschung handeln, da Weißgoldlegierungen erst 1912/13 erfunden wurden.
- Weißgold ist eigentlich grau.
- Zur Erhaltung des weißen Glanzes muß die Rhodiumschicht von Zeit zu Zeit erneuert werden, diese Schicht kann mehrere Jahre halten, bei täglichem Gebrauch des Schmuckstücks verkürzt sich diese Zeit jedoch dementsprechend.
- Es gibt "teures" und "billiges" Schmuckgold, je hochwertiger die beigemischten Legierungen desto teurer das Material.
|